Bauliche Veränderungen (WEG)

Per Definition des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) handelt es sich um eine bauliche Veränderung, wenn die Umgestaltung der Räumlichkeiten erst nach der Entstehung des Wohnungseigentums durchgeführt wird und dazu noch dauerhaft angelegt ist. Wenn die Neugestaltung Auswirkungen auf das gemeinschaftliche Eigentum hat oder zumindest über die Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums hinausgeht, spricht man ebenfalls von einer baulichen Veränderung.
Modernisierungs-, Instandhaltungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen sind zwar bauliche Maßnahmen, aber sie werden von baulichen Veränderungen unterschieden. Wird Wohnungseigentum verkauft, sind bauliche Maßnahmen oft notwendig und auch zulässig, solange sie den Zustand der Wohnungseinheit im Vergleich zum Ursprungszustand nicht gänzlich verändern und erneuern.
Zu baulichen Veränderungen gehören An- und Umbauten sowie nicht notwendige Eingriffe in die Optik und Substanz der Immobilie. Soll zum Beispiel eine alte Heizungsanlage durch eine neue ersetzt werden, handelt es sich um eine Modernisierungsmaßnahme. Wird jedoch die Art der Heizungsanlage ausgetauscht, ist es eine bauliche Veränderung, die der Zustimmung aller Miteigentümer bedarf, die von der baulichen Veränderung betroffen sind.
Miteigentümer, die baulichen Veränderungen nicht zustimmen, können beim Wohnungseigentumsgericht eine einstweilige Verfügung beantragen, die auf 3 Jahre angesetzt ist und eventuell bewirkt, dass die Bauarbeiten eingestellt werden.

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