Verschwiegenheitspflicht

Geht ein Immobilienmakler einen Vertrag mit einem Auftraggeber ein, Kaufinteressenten für dessen Immobilie zu gewinnen, geht er gleichzeitig eine Verschwiegenheitspflicht ein. Dies bedeutet, dass er über persönliche Beweggründe des Auftraggebers, die Immobilie zu verkaufen, zu schweigen hat, sofern diese Gründe für den Verkauf beziehungsweise Kaufinteressenten nicht relevant sind.

Auch gegenüber dem Kaufinteressenten gilt die Verschwiegenheitspflicht, wenn der dieser darauf besteht. So darf der Makler keine Details einer Selbstauskunft des Kaufinteressenten an den Verkäufer weitertragen im Sinne des Datenschutzes.

Gleichzeitig hat der Makler allerdings eine Aufklärungspflicht, denn sollte ein Kaufinteressent voraussichtlich Zahlungsschwierigkeiten haben, sollte der Makler dem Verkäufer vom Kaufvertrag abraten.

Wenn der Makler Grund zur Annahme hat, dass eventuelle vergangene Mängel oder Schäden an der Immobilie in der Zukunft wieder auftreten könnten, bei denen der Auftraggeber aber auf die Verschwiegenheitspflicht besteht, sollte der Makler über einen Rücktritt aus dem Maklervertrag nachdenken. Andernfalls macht er sich gegenüber dem Kaufinteressenten gegebenenfalls schadensersatzpflichtig.

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